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3. November 2017

Liebe Fans von MARZAHN HILLS,

nach erfolgreicher Durchführung unseres Festivals ACHT TAGE MARZAHN melden wir uns heute bei euch zurück, um von den Neuigkeiten über MARZAHN HILLS zu berichten.

Leider können wir keine positvie Nachricht übermitteln: MARZAHN HILLS wird Utopie bleiben. Gemeinsam mit Marzahns Bezirksbürgermeisterin, dem Leiter des Standortmarketings und dem Fachbereichsleiter Bauaufsicht, Wohnungsaufsicht und Denkmalschutz haben wir erneut Pro’s und Contra’s der Errichtung von MARZAHN HILLS diskutiert. Wir sprachen über bau,- umwelt- und eigentümerrechtliche Angelegenheiten, über haushalterische Bedenken und Wartungsaspekte. Letztlich haben wir gemeinsam entschieden, dass MARZAHN HILLS nicht umgesetzt wird und in der Fantasie weiterlebt.

Wir möchten euch ganz herzlich für euer Interesse an unserem Projekt bedanken. Wir lassen uns natürlich nicht entmutigen und bleiben weiter aktiv im Bezirk, wie zuletzt mit unserem Kunstfestival ACHT TAGE MARZAHN.



RÜCKBLICK
Was haben wir mit MARZAHN HILLS erreicht?

Als wir 2015 MARZAHN HILLS als Kunstprojekt der Öffentlichkeit vorstellten, ahnten wir nicht, welche gemischten Reaktionen wir auslösen würden.

Nörgelnd meldetet sich die Kritiker von MARZAHN HILLS zu Wort: „Steuergelder werden verprasst!“ oder „…nach dem Kienberg (IGA) weiterer gesperrter Berg im Bezirk“. Umweltschützer*innen sahen die Ahrensfelder Berge bereits durch den einsetzenden Massentourismus, den das neue Wahrzeichen bringen würde, verschmutzt – gedanklich waren schon alle 7 Buchstaben vollgetaggt und völlig zerstört. MARZAHN HILLS war ebenfalls verantwortlich für massive Verkehrsunfälle auf der Landsberger Allee – wegen Ablenkung am Steuer. Zusammengefasst: Marzahn „goes the Wuhle runter“, sagten die einen.

Andere begrüßten die Idee eines neuen Wahrzeichens, das frech und selbstbewusst daherkommt und auf ironische Weise das Image von Marzahn behandelt. Dies entspricht nämlich der Haltung vieler Marzahner*innen, wenn es um ihren Bezirk geht. Im Geiste bauten Mieter*innen um die Ahrensfelder Berge herum bereits Lounge-Ecken mit Ferngläsern auf ihre Balkone und hielten sich bereit für das baldige Wahrzeichen. Marzahner Volleyballvereine, mittelständische Unternehmen und Familien boten ihre Unterstützung an. MARZAHN HILLS entwickelte sich rasch zu einem identitätsstiftenden Projekt, sodass sich Menschen immer wieder stolz ihrem Bezirk und dem Projekt gegenüber positionierten.

Schnell war uns klar: MARZAHN HILLS provoziert, bewegt – in viele Richtungen. MARZAHN HILLS füllte 2015 bundesweit die Tageszeitungen und Online-Magazine. Menschen reagierten auf MARZAHN HILLS in den seltensten Fällen neutral. Entweder fanden sie MARZAHN HILLS toll oder nicht. In langen, intensiven Diskussionen in den Kommentarspalten und Social Media Kanälen verschiedener Zeitungen entfachten hitzige Diskussionen über Marzahn, Marzahns Ruf, die dortige Lebensqualität und auch über MARZAHN HILLS. Zu lesen gab es zahlreiche Meinungen. Wir erhielten Feedback-Mails von Menschen aus Marzahn, Berlin, Deutschland und den Niederlanden. Bis heute erreichen uns Mails. Der überwiegend positive Zuspruch macht uns immer noch sehr stolz.

Was ist in den vergangenden 2 Jahren noch passiert? Was haben wir geschafft?
Nach der überwältigenden Medienpräsenz begannen wir, den einstigen Scherz ernst zu nehmen, entwickelten mit unserem Architekten Kosten-, Finanzierungs-, und Baupläne, trafen uns mit allen für das Projekt relevanten Amtsinhaber*innen, Ansprechpartner*innen und Politiker*innen aus dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Wir sprachen vereinzelt mit Bürger*innen und Unterstützer*innen des Projektes. Dabei ging es immer um die Pro’s und Contra’s einer Realisierung von MARZAHN HILLS.

Wichtig war für uns immer, dass die Finanzierung von MARZAHN HILLS nicht durch öffentliche Gelder aus dem Bezirk getragen wird. Unser Finanzierungsmodell sah daher eine Finanzierung aus rein privaten Mitteln vor. Mittels Buchstabenpatenschaften für die Herstellungskosten der 7 Buchstaben und einer Crowdfundingkampagne für die Baunebenkosten sollten alle benötigten Gelder privat finanziert werden. ! Eines stand für uns auch immer fest: Einzelne Maßnahmen zur Finanzierung werden erst angegangen, wenn federführende Politiker*innen und Amtsleiter*innen des Bezirkes der Realisierung zustimmen und das Projekt alle Regularien erfüllt !

Bis auf einen Spendenaufruf auf unserer Website betrieben wir keine Akquise zur Finanzierung. Ohne zu wissen, ob MARZAHN HILLS überhaupt realisierbar ist, nahmen verschiedene Förder*innen Kontakt zu uns auf mit folgendem Ergebnis:

– Wir konnten 3 Buchstabenpaten gewinnen.
– Wir haben mehrere Hundert Euro an Spenden eingenommen.
– Wir erhielten Angebote Marzahner Bauunternehmen, die bei der Errichtung von MARZAHN HILLS helfen wollten.
– Wir erhielten ein Angebot zur Prägung einer MARZAHN HILLS Gedenkmünze.
– Wir erhielten ein Angebot, MARZAHN HILLS bei der Eröffnung durch einen Hubschrauberflug zu enthüllen.
– Wir erhielten das Angebot einer Weiß-Lackierung von MARZAHN HILLS bei ersten Gebrauchsspuren.
– u.v.m.

Uns erreichten viele geistreiche Angebote. Allen Unterstützer*innen und Spender*innen möchten wir unseren tiefen Dank aussprechen. Leider bleibt MARZAHN HILLS Utopie.